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Den wichtigsten Teil der chinesischen Akupunkturlehre bildet die Lehre von den fünf Elementen. Sie ermöglicht ein Verständnis der
energetischen Vorgänge in unserem Körper. Da Krankheit als Fehlverteilung von Energie definiert wird, diese Energie jedoch nach ganz bestimmten Gesetzmäßigkeiten im Körper zirkuliert, ist für therapeutische
Überlegungen ein Vorstellungsbild notwendig, das diese Gegebenheiten berücksichtigt und den Fluss der Lebensenergie mit sämtlichen zu berücksichtigenden Regeln ähnlich einer Landkarte aufzeigt. Ein solches
hypothetisches Abbild der Wirklichkeit bildet die zunächst sehr abstrakt wirkende Lehre von den fünf Elementen.
Nach dieser Lehre ist die gesamte belebte und unbelebte Natur aus fünf Elementen aufgebaut:
Feuer, Wasser, Erde, Metall und Holz. Diese Elemente stellen ordnende Kräfte dar, die im gesamten Universum wirken. Alles, was im Mikrokosmos und alles, was im Makrokosmos lebt, alles, was sich wandelt, verändert
und bewegt, braucht diese ordnenden Kräfte, um überhaupt sein zu können. Aber auch alles scheinbar Unbelebte, ein Felsbrocken, Erz, Sand, Luft und all die Dinge, die wir sehen und nicht sehen können, kurz, alles,
was ist, ist nicht tot, sondern in ständiger Wandlung begriffen. Fels und Stein verwittern, und aus untergegangenen Wäldern entsteht nach langen Zeiten Kohle.
Diesen Elementenkräften wird nicht nur die
gesamte Materie zugeordnet, sondern auch Zustände wie die Jahreszeiten, Farben, Gerüche, Geschmäcke und Gefühle. Die Elemente dürfen jedoch nicht als feststehende Begriffe oder als Prinzipien verstanden werden. Es
sind lediglich Symbole für Lebensvorgänge, für Bewegungstendenzen, für Wandlungszustände und Naturabläufe. Die Art und Weise, wie diese Wandlungsvorgänge sich abspielen, die Gesetzmäßigkeiten, denen sie folgen,
werden beschrieben durch den nachfolgend skizzierten Zyklus der Wandlungen. Dieser erklärt vor allem die Interaktionen unter den verschiedenen Elementen, deren Entstehung (symbolisiert durch Pfeile im Uhrzeigersinn)
und Zerstörung (dargestellt durch die Pfeile im Innern des Kreises).
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Zyklus der Wandlungen
Zyklus der Erzeugung: Feuer erzeugt Asche. Diese lässt wiederum Erde entstehen. In der Erde finden sich
Metalle und Wasser. Dieses lässt Bäume wachsen und produziert somit Holz, welches das Feuer nährt.
Zyklus der Zerstörung:
Feuer zerstört Metall (indem es dieses schmilzt). Metall zerstört Holz (mit der Axt werden Bäume gefällt). Holz zerstört Erde (wachsende Bäume verdrängen die Erde).
Erde zerstört Wasser (mit Erde lassen sich Seen zuschütten). Wasser zerstört Feuer (durch Löschen).
Den fünf Elementen werden die Funktionspaare, ausgehend von den Speicherorganen,
zugeordnet. Die Einteilung dabei basiert auf einer symbolischen Entsprechung der Funktionen der einzelnen Organe mit den in der Natur verkörperten Eigenschaften der
Elemente. Sie scheint, wie Gerhard J. Wertsch schreibt, "sogar sinnvoll zu sein, wenn wir uns vorstellen, dass das Holz, z. B. als Baum, Wachstum und Aufbau von Substanz
symbolisieren kann. Wir wissen, dass die Leber ebenfalls Substanzen aufbaut: denken wir z.B. an die Eiweißsynthese. Wachstum ist aber auch symbolhaft für den Frühling;
dem Element Holz ist demnach der Frühling zugeordnet.
Der Begriff des Feuers erweckt in uns die Vorstellung von Wärme und Wärmeerzeugung.
Das Herz lässt das Blut zirkulieren. Ein gut durchbluteter Organismus ist warm, ein schlecht durchbluteter Körper ist kühl. Dem Element Feuer ist folgerichtig der Sommer
zugeordnet. Das Feuer ist das kraftvollste Element, ihm sind zwei homologe Organpaare mit dem Yin-Organ Herz als "Kaiserlichem Feuer" und dem Yin-Organ Kreislaufsexus als
"Ministeriellem Feuer" beigegeben.
Die Erde nimmt all das auf, was stirbt, und bewahrt die Endprodukte aller Substanzen.
Diese Eigenschaften sind auch dem Organ Milz zu eigen: es baut ab, speichert. Die jahreszeitliche Entsprechung des Elementes Erde ist der Spätsommer.
In Verbindung mit dem Metall haben wir die Vorstellung von Kraft, Härte, Abwehr. Genau diese Vorstellung hat der Chinese von der Atemenergie, die aus der Lunge kommt und
einen Teil der Abwehrenergie oder der Abwehrbereitschaft des Körpers ausmacht. Die Jahreszeit, in welcher gerade diese körpereigene Kraft am meisten angesprochen wird,
ist der Herbst. Der Herbst ist also die Jahreszeit des Metallelementes.
Beim Element Wasser erübrigt sich wohl eine Erklärung, da eine direkte gedankliche
Verbindung mit der Niere und damit dem Wasserhaushalt des Körpers hergestellt ist. Die jahreszeitliche Entsprechung ist der Winter."
Quellenangabe
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