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Westliches und östliches Denken
Die Akupunktur stellt eine alte, chinesische
Heilmethode dar. Sie ist in die Philosophie der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) eingebettet. Feinste Nadelstiche an genau definierten Punkten am Körper ermöglichen eine Harmonisierung der Lebensenergie Qi.
Die Akupunktur zielt auf die Wiederherstellung des Gleichgewichts zwischen Yin und Yang. Hierfür ist das freie Fließen von Qi, der Lebensenergie, wichtig. Eine Störung von Qi führt zur Krankheit.
Aufgrund überlieferter Traditionen können auf der Körperoberfläche bestimmte Linien, so
genannte Meridiane, definiert werden. Meridiane sind Energiebahnen, die in enger Wechselbeziehung zu den ebenfalls nach Yin und Yang aufgeteilten Organen stehen. Es
gibt 12 Yin und Yang Hauptmeridiane. Zusätzlich existieren zwei weitere wichtige Meridiane auf der Mittellinie der Körpervorder- und Körperhinterseite. Auf den 14
Meridianen liegen insgesamt 361 klassische Akupunkturpunkte, wobei verschiedene Akupunktur-Richtungen noch weitere Punkte kennen. Jeder Akupunkturpunkt steht mit
einem Organsystem in enger Wechselwirkung. Bei der Reizung eines Akupunkturpunktes durch einen Nadelstich wird Energie zugeführt oder abgezogen. Dadurch bringt man die blockierte Qi-Energie wieder zum fließen.
Unsere moderne, naturwissenschaftlich begründete
Medizin ist eine somatische, d.h. auf den Körper bezogener Wissenschaft. Die Gegenstände, mit denen sie es zu tun hat und in die sie den Menschen einteilt, sind etwas Gegenständliches,
Stoffliches, Materielles. Die gedanklichen Voraussetzungen dazu schuf Isaac Newton im 17. Jahrhundert mit seinem überzeugenden, umfassenden, mechanistischen Weltbild. Daraus
entwickelte sich ein sehr funktionstüchtiges, mechanisches Modell des Körpers. Kranksein ist mit morphologischen, messbaren Veränderungen verknüpft und wird als Fehlfunktion von
physikalisch-chemischen und biologischen Mechanismen angesehen, die korrigiert werden müssen. Diese Medizin eignet sich v.a. für Krankheiten, die sich als körperliche Veränderung
manifestieren, für fortgeschrittene, ernste, oft lebensgefährliche Krankheiten. Die chinesische Medizin ist eine funktionale Wissenschaft. Das bedeutet, dass bei ihr
lebendige Abläufe, Lebensfunktionen, aktuelles biologisches oder psychisches Geschehen im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit stehen. Die chinesischen Ärzte
verstehen den Menschen als ein energetisches Gefüge. Das "energetische Potential", welches die Chinesen Qi nennen, durchdringt den Körper wie Flüsse und Seen eine
Landschaft durchströmen. Nach der Erfahrung der alten Ärzte fließt dieses Qi auf definierten Bahnen (Leitbahnen oder Meridiane). Diese Bahnen leiten das Qi, zyklisch aufeinander folgend, durch den Körper.
Akupunktur
Zugang zum energetischen Fließsystem erlauben
"Öffnungen"; in der Haut, die als Akupunkturpunkte bezeichnet werden. Vor über 2000 Jahren wurde schon beschrieben, dass eine Einflussnahme auf das Qi durch Einwirken von außen möglich ist. Akupunktur,
das Stechen mit der Metallnadel (lat. acus = Nadel, pungere = stechen), ist die geläufigste Form der Einflussnahme. Ziel der Behandlung ist, das IQ in seinem Weggesägtem zu erreichen und zu
modellieren. Hier knüpft die therapeutische Absicht an die diagnostische Aussage an. So sind beispielsweise Blockaden zu lösen, der Qi-Fluss zu kräftigen oder krankhaftes Qi ist
aus dem Körper heraus zu leiten. Denn Schmerzen werden, so die Lehre, dadurch erzeugt, dass der Fluss des Qi unterbrochen oder gestört ist.
In der Akupunktur-Therapie werden geeignete Punkte meist nach
differentialdiagnostischen Gesichtspunkten ausgewählt. Da sich jedoch der Qi- und Xue-Fluss im Körper phasenweise ändert, sind bestimmte Foramina zu bestimmten Zeiten besonders zugänglich beziehungsweise geöffnet.
Laserakupunktur
Neben der Anwendung von Nadeln gibt es auch die Laserakupunktur. Diese Laserakupunktur orientiert sich an den gleichen Leitbahnen wie die Akupunktur
mit Nadeln und beruht auf dem gleichen Prinzip. Statt der Nadeln wird hier jedoch das hochenergetische Laserlicht zur Stimulierung der Punkte benutzt. Diese Methode wird besonders von
Patienten der abendländischen Kultur geschätzt, da sie absolut schmerzlos und hygienisch ist. Von einem Lasersteuergerät gehen dünne Lichtleitkabel
weg, an deren Enden die optischen Akupunkturköpfe sitzen. Diese werden dem Patienten auf die Haut geklebt und dann eingeschaltet. Eine Stimulation der Punkte dauert üblicherweise um die 10-15 Minuten.
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